Delta X Verlag

Sachbücher zu Gesundheit, Psychologie, Politik & Gesellschaft

Kärnten – Eine kritische Liebeserklärung (Cover)

40 Jahre Club Carinthia

Leopold Stollwitzer (Hrsg.)

Kärnten – Eine kritische Liebeserklärung

Zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung

Hardcover 25,00 €
📖 320 Seiten
🔢 ISBN: 978-3-903229-54-9
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Eine kritische Liebeserklärung an Kärnten

Seit vier Jahrzehnten bietet der Club Carinthia Kärnten in Wien eine Bühne. Zum Jubiläum ist ein außergewöhnlicher Sammelband entstanden, in dem mehr als 40 Autor:innen ihre Sicht auf Kärnten teilen – persönlich, politisch, kritisch und liebevoll.

Der Band vereint Innensichten wie Außensichten, die Texte erzählen von Erinnerungen und Erfahrungen, von Literatur und Geschichte, von Wirtschaft, Kultur und Sport. Manche Stimmen blicken nostalgisch zurück, andere fragen nach den Chancen der Zukunft. Gemeinsam entsteht so ein vielschichtiges Porträt eines Landes, dessen Geschichte und Gegenwart immer wieder leidenschaftlich diskutiert werden, das zugleich aber fasziniert – und dessen Identität stets neu verhandelt wird.

Mit Beiträgen von über 40 profilierten Autorinnen und Autoren

Unter anderem mit: Katja Gasser, Konrad Paul Liessmann, Martin Kušej, Sabine Herlitschka, Lojze Wieser, Walter Oblin, Antonia Gössinger u. v. m.

▸ Alle  Autor:innen & Kurzbiografien anzeigen
Peter Allmaier
*1964 in Jenig im Gailtal, studierte Theologie in Salzburg und Rom und wurde 1989 von Kardinal Joseph Ratzinger zum Priester geweiht. Nach Stationen als Kaplan, Domvikar und Diözesanjugendseelsorger promovierte er 1998 in Kirchengeschichte und ist seit 1999 Professor für Religionspädagogik. Seit 2010 ist er Dompfarrer von Klagenfurt, leitet die Stadtpastoral und bekleidet zahlreiche kirchliche Leitungsfunktionen, darunter Dechant, Direktor des Bischöflichen Schulamts und Domdekan. Er engagiert sich zudem als Prior des Ordens vom Heiligen Grab, Obmann des St. Josef-Vereins und Bezirksfeuerwehrkurat. Seine Arbeit verbindet Seelsorge, Bildung und organisatorische Verantwortung in der Diözese Gurk.
Artikel im Buch: „Tradition im Wandel“
Wolfgang Bachmayer
*1948, ist ein österreichischer Meinungsforscher und Gründer des Instituts OGM (1976), das zu den bedeutendsten Markt- und Meinungsforschungsunternehmen in Österreich zählt. Er ist bekannt für seine Analysen im politischen Kontext. Über seine öffentliche Rolle hinaus engagiert er sich regelmäßig in Diskussionen zur Rolle und Verantwortung der Meinungsforschung in Politik und Medien.
Artikel im Buch: „Über die Kärntner Seele und ihre Gastfreundschaft“
Leni Barros dos Santos
Geboren in Castanhal, Brasilien, ab ihrem 7. Lebensjahr Halbwaise, teilweise auf der Straße aufgewachsen. Mit 29 nach Österreich ausgewandert. Ausbildung als Fachsozialbetreuerin und Behindertenbegleitung. Österreichische Staatsbürgerschaft. Seit 2016 beim Hilfswerk Kärnten im Mobilen Dienst. Verheiratet, zwei erwachsene Töchter. Lebt und arbeitet in Millstatt, Kärnten.
Artikel im Buch: „Von Brasilien nach Kärnten“
Michael Bünker
Evangelischer Theologe und langjähriger Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich (2008–2019). Langjähriges Engagement für ökumenischen Dialog und gesellschaftspolitische Fragen. Ehemaliger Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).
Artikel im Buch: „Kärnten – schwierige Heimat?“ – Einige familiäre Anmerkungen
Marco Di Blas
Italienischer Journalist aus Friaul, in den letzten Jahren als Blogger aktiv mit Schwerpunkt auf grenzüberschreitenden Themen zwischen Kärnten und der Region Friaul-Julisch Venetien. Er schreibt seit 2009 regelmäßig für die Plattform Austria Vicina (austria-vicina.it) über Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und Kultur, oft mit besonderem Blick auf Tourismusthemen, Ernährung und Regionalgeschichte. Bisher 5.000 veröffentlichte Artikel. Di Blas ist öffentliches Mitglied des regionalen Journalistenregisters in Friaul-Julisch Venetien.
Artikel im Buch: „austria-vicina.it“ – Podcast eines friulanischen Kärnten-Beobachters
Antonio Fian
*1956 in Klagenfurt, lebt seit 1976 als freier Schriftsteller in Wien. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte, ist aber vornehmlich bekannt für seine satirischen Dramolette, die er regelmäßig in Der Standard veröffentlicht. Für sein vielfältiges Gesamtwerk wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (1990), dem Humbert-Fink-Literaturpreis (2014), dem Würdigungspreis des Landes Kärnten (2016) sowie dem Reinhard-Priessnitz-Preis (2018).
Artikel im Buch: „Ausgewählte Dramolette“
Johanna Antonia Frey
*2001, aufgewachsen in Deutschland, Libyen, Vereinigte Arabische Emirate, mit 13 nach Kärnten gezogen. Studium der Kultur- und Sozialanthropologie sowie aktuell Rechtswissenschaften. Bachelorarbeit 2024 über den Club Carinthia (Titel: „Kollektive Identitätskonstruktionen von in Wien lebenden Kärntner*innen und deren Einflussfaktoren“). 2025 Praktikum an der Österreichischen Vertretung bei der UNO in New York City.
Artikel im Buch: „Lei lafn lossn“ – Kärntnerische Identitäten und der Club Carinthia
Richard Fröhlich
*1944 in Mühldorf im Mölltal, Matura HAK Villach, Militärdienst in Klagenfurt, Studium an der Hochschule für Welthandel (jetzt Wirtschaftsuniversität) in Wien. Abschluss mit Dkfm. und Dr. der Handelswissenschaften. Bankpraktika in Italien und Schweiz. 40 Jahre Banktätigkeit, zuletzt 20 Jahre Bankdirektor bei Oberbank, Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Wien bis zur Pensionierung. Vorstandsmitglied des Club Carinthia seit seiner Gründung 1985 bis 2025, davon 9 Jahre als CC-Präsident.
Artikel im Buch: „Der Club Carinthia – mein Lebensbegleiter“
Heinz Gärtner
*1951 in Pisweg. Professor für Politikwissenschaft in Wien. Forschungsschwerpunkte in internationaler Politik, Neutralität, Sicherheitspolitik und Außenpolitik Österreichs, sowie USA und Iran. Langjähriger Direktor des Instituts für Internationale Politik (OIIP) in Wien. Autor zahlreicher wissenschaftlicher und publizistischer Beiträge zu geopolitischen Fragestellungen, sowie regelmäßiger Gastanalyst in österreichischen und internationalen Medien. Wiederholte internationale Lehr- und Forschungsaufenthalte.
Artikel im Buch: „Erinnerungen, Stimmungen und politisch-historische Rückblicke“
Hans Gasser
*1950 in Villach geboren, Handelsakademie in Villach, danach Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Wien, Promotion und erste berufliche Schritte bei „Die Presse“, 1980 Verlagsleitung „Kleinen Zeitung“ in Graz, zwischen 1992 und 2001 Geschäftsführungspositionen bei Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Konstanz und Würzburg, 2001 Geschäftsführer der „Süddeutsche Zeitung GmbH“ in München, 2006 Vorstandsvorsitzender der WirtschaftsBlatt Verlag AG, Wien, Aufsichtsratsvorsitzender der APA Austria Presseagentur und Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen VÖZ. Seit 2015 Präsident der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft in Wien.
Artikel im Buch: „Ich habe eine Welt und diese Welt brennt“ – Die Wiederentdeckung der Christine Lavant
Katja Gasser
Literaturvermittlerin, Kulturjournalistin und Kuratorin. Leiterin des Literaturressorts im ORF und künstlerische Leiterin des Österreich-Schwerpunkts der Leipziger Buchmesse 2023. Engagiert sich für die Sichtbarkeit österreichischer Literatur im internationalen Kontext.
Artikel im Buch: „Eine Schwester der Herkunft ist die Zugehörigkeit“
Lisa Gfrerer
Absolvierte ihre chirurgische Ausbildung an der Harvard Medical School und leitet heute in New York ein multidisziplinäres Programm für Nervenerkrankungen. Ihre Forschung konzentriert sich auf innovative Bildgebungsverfahren und KI-Technologien zur Diagnose und Behandlung von Kopfschmerzen. Zudem entwickelte sie chirurgische Methoden, um Empfindungsstörungen nach Mastektomie zu vermeiden. International wirkt sie als Vortragende, Mentorin und Brückenbauerin zwischen europäischen und US-amerikanischen Zentren.
Artikel im Buch: „Heimat im Herzen, die Welt im Blick“ – Eine Brücke zwischen Kärnten und der Medizin von morgen
Antonia Gössinger
*1958 in Liebenfels, ehemalige Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Kärnten & Osttirol, Kolumnistin („Salz & Pfeffer“), seit Pensionierung freie Journalistin und ehrenamtliche Ombudsfrau des Österreichischen Presserates; beruflich von 1979 bis 1983 bei der Kärntner Volkszeitung und von 1983 bis 2021 bei der Kleinen Zeitung (Chefredakteurin Kärnten/Osttirol von 2015 bis 2021); Auszeichnungen: Kurt-Vorhofer-Preis (2006), Sonderpreis „Journalist“ (2007), Concordia-Preis für Pressefreiheit (2009, 2013), Wehrpolitische Kärntnerin des Jahres (2020), Großes Ehrenzeichen des Landes Kärnten (2021).
Artikel im Buch: „Der Traum von Olympia und ein Wald im Stadion“
Egyd Gstättner
*1962 in Klagenfurt. Schriftsteller, Essayist und Kolumnist, u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Die Presse, Falter, Kurier und Die Furche. Bekannt durch seine Satiren in der Kleinen Zeitung. Darüber hinaus schrieb und gestaltete er Features für die Österreichischen Radioprogramme Ö1 und Radio Kärnten sowie für den Bayerischen Rundfunk. Seine Texte verbinden Gesellschaftskritik mit feiner Ironie und politischer Wachsamkeit. 1990 erschien die erste eigenständige Buchpublikation. Bis 2025 wurden 39 Bücher publiziert; zuletzt: Der große Gogo (2023) und „Arrivederci Adria“ (2025).
Artikel im Buch: „Ich trete aus Kärnten aus“
Peter Hasslacher
Ist Kärntner aus Hermagor. Nach dem Doktoratsstudium der Betriebswirtschaft in Wien sammelte er umfangreiche internationale Erfahrung in Ost- und Südosteuropa. Weiters hatte er Leitungsfunktionen in der Zentrale der Außenwirtschaft Austria sowie der Privatwirtschaft inne. Peter Hasslacher ist heute österreichischer Wirtschaftsdelegierter für die USA mit Sitz in New York.
Artikel im Buch: „Ein Blick über die Berge… und über den Atlantik“ – Kärntens Potenzial als Drehscheibe Europas
Sabine Herlitschka
Ist seit 2014 Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. Sie promovierte in Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien, absolvierte ein Postdoc sowie ein MBA-Studium. Frühere Stationen waren u. a. die Medizinische Universität Graz und das Büro für internationale Forschungskooperation. Herlitschka engagiert sich in zahlreichen europäischen Forschungs- und Technologieinitiativen und ist Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung Österreichs. Sie gilt als eine führende Stimme der europäischen Halbleiterindustrie.
Artikel im Buch: „Kärnten: Wo Technologie die Zukunft formt“
Laura Hinteregger
*2004, Dellach/Gail, Matura an der HBLA Pitzelstätten, Auslandsjahr in Amerika als Au Pair, ehem. Schulassistentin, Studentin an der Universität Graz für Lehramt.
Artikel im Buch: „Weg von daheim“
Gilbert Isep
*1954, Unternehmer. Aktuell KELAG-Aufsichtsratsvorsitzender sowie Geschäftsführer der KÄRNTNER ENERGIEHOLDING BETEILIGUNGS GMBH. In zahlreichen Landesgesellschaften bis 2024/25 Vorsitzender des Aufsichtsrates bzw. des Kuratoriums, wie z.B. KWF, BABEG, Kärntner Landesholding und Kärntner Ausgleichszahlungsfonds; Obmann der Arge Sozial Villach sowie Präsident des Kärntner Kunstvereins. Schwerpunkte: Energie, Innovation, Beteiligungsverwaltung sowie Betriebsansiedelungen.
Artikel im Buch: „Kärntens Stärkefelder mit internationaler Strahlkraft“
Dieter Kalt
*1974 in Klagenfurt, ehemaliger Eishockeyspieler, 9-facher Meister, 3-facher Olympiateilnehmer, Mitglied des österr. Jahrhundertteams. Karrierestart beim EC-KAC, mit 16 Jahren Debüt in der Kampfmannschaft. Teil legendärer Championship-Teams in Österreich, Deutschland und Schweden. Über 1.200 Profispiele. Führte als erster Kapitän der Red Bull Eishockey Ära Salzburg zum Meistertitel. Nach seiner Sportkarriere war der 4-fache Vater Coach, Talententwickler, Sportdirektor und Head of Hockey Operations; 2020 Wechsel mit seiner Frau in die Privatwirtschaft. Heute Keynote Speaker sowie Leadership- und Performance-Coach. Mit seinem Championship System vermittelt er Erfolgsprinzipien aus dem Spitzensport an Menschen und Unternehmen, die nachhaltig auf Spitzenniveau führen und performen wollen.
Artikel im Buch: „Ich bin Kärntner“
Martin Kušej
*1961, ist ein österreichischer Theater- und Opernregisseur sowie Intendant. Nach Studien in Graz arbeitete er zunächst als Regieassistent, bevor er ab den 1990er-Jahren mit radikalen, bildstarken Inszenierungen an den großen Schauspielhäusern von Stuttgart, Hamburg, Berlin, Wien und München bekannt wurde. Mit FIDELIO in Stuttgart 1998 begann seine internationale Karriere als Opernregisseur. Er inszenierte an den Opernhäusern von Zürich, Berlin, Amsterdam, London, Madrid, Paris, Lyon und Neapel, sowie bei den Salzburger Festspielen und in Aix en Provence. Von 2011 bis 2019 leitete er das Residenztheater in München, von 2019 bis 2024 war er Direktor des Wiener Burgtheaters. Dazu kommen weitere Theaterarbeiten in Slowenien, Italien, Kroatien und Tschechien sowie für das Dubrovnik Summer Festival. Gastprofessor an der Shanghai Theater Academy. Kušej gilt als einer der prägenden Regisseure des deutschsprachigen Theaters und ist bekannt für seine kompromisslose, gesellschaftskritische Ästhetik.
Artikel im Buch: „Kärnten NEU“
Konrad Paul Liessmann
*1953 in Villach, ist Prof. i. R. für Philosophie an der Universität Wien, Co-Intendant des Philosophicum Lech und Kolumnist der Kleinen Zeitung. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich und der Paracelsusring der Stadt Villach. Autor zahlreicher Bücher, zuletzt sind erschienen „Alle Lust will Ewigkeit“ (2021), „Lauter Lügen“ (2023), „Der Plattenspieler“ (2025) und „Was nun? Eine Philosophie der Krise“ (2025).
Artikel im Buch: „It’s my life“ – Ein Tourismusland und seine Zukunft
Walburga Litschauer
*1954 in Klagenfurt, ist eine österreichische Musikwissenschaftlerin und ausgewiesene Schubert-Expertin. Sie leitete von 1980 bis 2014 die Wiener Arbeitsstelle der Neuen Schubert-Ausgabe und war langjähriges Mitglied der Editionsleitung. Von 1998 bis 2012 stand sie der Österreichischen Gesellschaft für Musik vor, zudem engagierte sie sich im Festival „Carinthischer Sommer“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen bei Franz Schubert, Anton Bruckner und der Musikgeschichte Kärntens. Für ihre Verdienste erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. War in den 1990er Jahren Präsidentin des Club Carinthia. Rund 100 Publikationen.
Artikel im Buch: „Musikalische Erinnerungen an den Club Carinthia“
Arnold Mettnitzer
Theologe, Psychotherapeut und Publizist. 1978 empfing er in Rom die Priesterweihe, war im seelsorglichen Dienst in der Diözese Gurk-Klagenfurt, Rektor des Bildungshauses St. Georgen am Längsee und Diözesanjugendseelsorger in Kärnten sowie Pfarrer der Gemeinde Klein St. Paul. 2003 beendete er seinen kirchlichen Dienst. Ausbildung zum Psychotherapeuten (Individualpsychologie) mit Lehranalyse bei Erwin Ringel und seit 1996 Psychotherapeut in freier Praxis in Wien. Freier Mitarbeiter im ORF. Autor zahlreicher Bücher zu Fragen von Lebensqualität und seelischer Gesundheit.
Artikel im Buch: „Literarisches Schatzhaus Kärnten“ – Ein Blick durchs Schlüsselloch
Lydia Mischkulnig
Geboren in Klagenfurt, Schriftstellerin. Sie studierte Bühnenbild an der Kunstuni Graz sowie Drehbuch und Produktion an der Wiener Filmakademie. Seit 1994 Veröffentlichungen von Hörspielen, Erzählungen, Essays und Romanen, u. a. Halbes Leben, Die Paradiesmaschine, Die Richterin und Beau Rivage, eine Rückkehr (2025). Seit 2008 Lehrbeauftragte und Tutorin, Konzeption von literarischen Gesprächsreihen, seit 2015 Kolumnistin. Auszeichnungen: u. a. Veza-Canetti-Preis (2017), Würdigungspreis für Literatur des Landes Kärnten (2020). Mischkulnigs Werk gilt als gesellschaftskritisch, den unsichtbaren, umso verhängnisvolleren Verflechtungen mit der Ökonomie gewidmet. Ihr Stil gilt als präzise, ironisch und gesellschaftskritisch.
Artikel im Buch: „Einmal werden Blumen darüber wachsen“
Rainer Münz
Ist Demograph und Migrationsforscher. Er war Hochschullehrer an mehreren Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von 1980 bis 1998 lehrte er an der Universität Klagenfurt. Später leitete er die Forschungsabteilung der Erste Bank und arbeitete danach als Berater von EU-Kommissionspräsident J.C. Juncker in Brüssel sowie im Joint Research Centre der EU in Ispra.
Artikel im Buch: „Das wachsende und das schrumpfende Kärnten“ – Gegenwart und Zukunft aus demographischer Sicht
Dorothea Nahler
*1947 geb. Latscher-Lauendorf, in Klagenfurt, aufgewachsen in Unterburg am Klopeiner See. In Wien frankophone Schulbildung mit anschließenden Studien in Französisch, Englisch und Spanisch. Direktionsassistentin im NHM. Künstlerische Fotografie mit zahlreichen Einzelausstellungen. Seit 2022 Aufarbeitung der Bestände des Familienarchivs der Villa Wagner in Unterburg: Fotografien, Correspondenzkarten, Reiseberichte, Feldpostbriefe. 2023 Kuratorin der Ausstellung „Sommerfrische vor 100 Jahren zwischen Küstenland und Klopeiner See“, als Dokumentation der Familiengeschichte. Publikation im Jahrgang 2023 in der CARINTHIA Zeitschrift.
Artikel im Buch: „Briefe aus Gaza nach Kärnten 1917“
Walter Oblin
*1969 in Villach. Studium Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau (TU Graz). MBA-Studium in den USA. Ab 1994 als Unternehmensberater bei McKinsey & Company in Wien. Ab 2000 Partner, in Folge Führungsaufgaben als Mitglied der österreichischen Geschäftsleitung sowie im weltweiten Transport- und Logistiksektor von McKinsey. Tätigkeit bei einem deutschen CleanTech-Startup. Ab Herbst 2009 Leiter des Bereichs Strategie und Konzernentwicklung bei der Österreichischen Post AG. Ab Juli 2012 Finanzvorstand, ab 2019 zusätzlich verantwortlich für die Division Brief & Werbepost. Seit 1. Oktober 2024 Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Österreichischen Post AG.
Artikel im Buch: „Wirtschaft gestalten, Heimat bewahren“ – Gedanken eines Kärntner Unternehmenslenkers
Michael Opriesnig
Ist seit 1. Juli 2019 Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes und ist unter anderem verantwortlich für alle Internationalen Hilfeleistungen des ÖRK, die Koordination von bundesweiten Aktivitäten und die Vertretung gegenüber internationalen Organisationen und Bundesbehörden. Der gebürtige Kärntner studierte Geschichte und Geografie an der Universität Wien, war ab 1998 im Bereich Marketing & Kommunikation tätig und stieg 2012 zum stellvertretenden Generalsekretär auf. Er ist zudem Präsident des Österreichischen Komitees für Soziale Arbeit und Vorsitzender der gemeinnützigen „Nachbar in Not“ Stiftung.
Artikel im Buch: „Menschlichkeit heute“
Hubert Patterer
*1962 im Gailtal. Studium der Anglistik und Journalistik an der Universität Klagenfurt. Journalist und langjähriger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“. Seit Juli 2025 Herausgeber. Beschäftigt sich in seinen Kommentaren und Essays mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen in Österreich. Mehrfach ausgezeichnet – unter anderem als „Journalist des Jahres“ (2011) und mehrfach als „Chefredakteur des Jahres“ in den Jahren 2008, 2010–2012, 2015 und 2016. 2024 wurde ihm der prestigeträchtige Kurt-Vorhofer-Preis verliehen.
Artikel im Buch: „Zimmer frei im Garten Eden“
Thomas Peyker
Diplomat und EU-Botschafter mit Kärntner Wurzeln. 2020 wurde er zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Europäischen Union in Guatemala ernannt. Zuvor war er in zahlreichen internationalen Posten der EU tätig – u. a. in Bosnien-Herzegowina, der Dominikanischen Republik, Äthiopien, Abu Dhabi und Brüssel; seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen Außen- und Sicherheitspolitik, humanitäre Kooperation und Konfliktprävention.
Artikel im Buch: „Kärnten, vom Grenzland zur Brücke“ – Kärnten – Guatemala – Kärnten
John Pirkopf
Geboren und aufgewachsen in Denver, Colorado, als Sohn eines Kärntners, der in den 1960er Jahren in die USA auswanderte. 15 Jahre erfolgreich im Sozialwesen und den Sozialwissenschaften tätig, danach Wechsel in den Technologiesektor. Derzeit im Management eines IT Dienstleisters in Denver. Privat haben für ihn seine Frau und ihre beiden Kinder Oskar and Maeve Priorität. Zu seinen Hobbys zählen Reisen, wobei es ihn jedes Jahr auch nach Kärnten zieht, Fliegenfischen, Wandern und Skifahren.
Artikel im Buch: „From Carinthia to Colorado to Carinthia“
Peter Plaikner
*1960, ist ein österreichischer Medien- und Politikberater. Er war ein Vierteljahrhundert im Tageszeitungsjournalismus, lange als Chefredakteur, dann als Selbstständiger zwölf Jahre auch externer Lehrgangsmanager für Politische Kommunikation an der Donau-Universität und leitet heute IMPact | Institut für Medien und Politik – analyse, consulting, training, schreibt Kolumnen und unterrichtet an Hochschulen.
Artikel im Buch: „Kärnten liegt am Mehr“ – Statt am Ende des Südens von Österreich am Anfang des Südens von Europa
Brigitte Prem
*1948 in Salzburg, aufgewachsen in Friesach. Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik, Soziologie. Schule des Schreibens in Hamburg. Vielseitige berufliche Tätigkeiten: Verkäuferin, Serviererin, Sekretärin, 40 Jahre begeisterte Lehrerin, 22 Jahre ehrenamtliche Jugendgruppe. Autorin (Kleinkinderbücher, Märchenroman, Kurzprosa, Kurzgeschichten, zwei historische Romane), publiziert in verschiedenen Anthologien und Literaturplattformen.
Artikel im Buch: „Wenn ich an Kärnten denke …“
Angelika Messner Prokes
Geboren in Griffen und als Absolventin der Fremdenverkehrsschule in Villach, kam sie mit 21 Jahren nach New York. Nach Stationen im renommierten St. Regis Hotel und im Eröffnungsteam des Bryant Park Hotels fand sie ihre berufliche Bestimmung im Tennisbereich. Seit rund fünfzehn Jahren arbeitet sie als professionelle Schlägerbespannerin für internationale Topspieler:innen und begleitet das US-Nationalteam zu Turnieren weltweit. Trotz ihrer Karriere in den USA bleibt die Verbindung zu Kärnten bestehen.
Artikel im Buch: „Von der Hotelrezeption zu den Grand Slams“ – Ein ungewöhnlicher Lebensweg
Anita Radske
Geboren in St. Ruprecht bei Klagenfurt, lebt seit ihrer Kindheit in New York. Beruflich und ehrenamtlich engagiert sie sich seit vielen Jahren in der deutsch-österreichischen Community. Als Finanzleiterin der German-American Steuben Parade in Manhattan und aktives Mitglied der Gottscheer in Ridgewood setzt sie sich dafür ein, österreichische Kultur in den USA lebendig zu halten. So verbindet sie ihre Wurzeln in Kärnten mit ihrem Leben in New York – und bewahrt ein Stück Heimat für kommende Generationen.
Artikel im Buch: „Wurzeln, die nie verblassen“ – Eine Kärntner Kindheit in New York
Martina Rattinger
Leitet seit 1999 das EU-Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel und vertritt dort konsequent die Interessen der Region gegenüber den EU-Institutionen. Sie verfügt über akademische Qualifikationen im Europarecht sowie internationale Erfahrung und wird als Kärntnerin „in Brüssel eine Stimme“ zugeschrieben. Als erfahrene Netzwerkerin fördert sie institutionelle Kommunikation, Projekte im Bildungsbereich und einen intensiven Austausch mit der regionalen Politik in Kärnten.
Artikel im Buch: „30 Jahre EU-Beitritt“ – Kärnten im Herzen des Europas der Regionen
Karl Schwarz
*1952 in Villach, Studium ev. Theologie in Wien, Zürich und Genf, Rechtsgeschichte und Religionsrecht in Wien. Professor für Religionsrecht, Gastprofessor in Budapest, Bratislava, Leipzig, Klagenfurt; seit 1998 Referent im Kultusamt mit Schwerpunkt: Protestantische Kirchen, Religiöse Bekenntnisgemeinschaften. Bis 2024 Leiter des Instituts für Kirchengeschichte des Donau- und Karpatenraums an der Comenius-Universität Bratislava; zahlreiche Publikationen zur Kirchen- und Rechtsgeschichte des Protestantismus in Mittel- und Südosteuropa.
Artikel im Buch: „Hamgeahn“
Mitra Shahmoradi
Geboren in Abadan/Iran. Studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität in Teheran und an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie lebt seit 1979 in Österreich mit Lebensmittelpunkt in Wien und Kärnten. Sie ist sowohl in Österreich als auch international als freischaffende Künstlerin, Poetin und Autorin aktiv. Sie schreibt in Deutsch und ihre Gedichte wurden in mehreren Sprachen übersetzt und publiziert. Ihre Arbeiten vereinen Malerei, Lyrik und interkulturelle Themen; sie wurde für ihr Engagement mit einer Professur ausgezeichnet.
Artikel im Buch: „Unser kleiner Fluss“ – Iran-Wien-Kärnten
Kathrin Stainer-Hämmerle
*1969 in Hohenems, ist eine österreichische Politikwissenschaftlerin. Sie studierte Politik- und Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck, promovierte in Rechtswissenschaft und war anschließend Universitätsassistentin in Innsbruck. Seit 2009 ist sie Professorin für Politikwissenschaft an der Fachhochschule Kärnten (FH Kärnten) in Villach und leitet dort seit 2019 den Studienzweig Public Management. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Politischer Bildung, Wahlrecht sowie Partizipations- und Demokratieforschung; sie ist regelmäßig als politische Expertin im ORF zu Gast.
Artikel im Buch: „Tor zur Demokratie“
Leopold Stollwitzer
*1957 in Mauthen, Kärnten. Mag.Phil Uni-Wien, Studienaufenthalte in Cambridge, GB; Perugia, Italien. Masterstudium in International Studies (Univ. of Florida). Knapp 40 Jahre Political Analyst an der US-Botschaft Wien. Seit 1999 Uni- und FH-Lektor. Verschiedene ehrenamtliche Vorstandsposten (Intl. Lavant Gesellschaft, Fresacher Toleranzgespräche, Orchester Wiener Akademie). Gründer u. Leiter der privaten NGO „Hope for Ugandan Lives“. Seit 2017 Vizepräsident, seit 2022 Präsident des Club Carinthia. Herausgeber des Sammelbandes: Kärnten – eine kritische Liebeserklärung, 2025.
Artikel im Buch: „Vorwort“
Oliver Vitouch
*1971 in Wien, wurde 2003 nach Forschungs- und Lehrtätigkeiten an der Universität Wien, dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (Center for Adaptive Behavior & Cognition, ABC), der Freien Universität Berlin und der Universität St. Gallen als Professor für Allgemeine Psychologie an die Universität Klagenfurt berufen. Von 2006 bis 2012 fungierte er als Senatsvorsitzender, von 2008 bis 2010 als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie, von 2012 bis 2024 als Rektor der Universität Klagenfurt und von 2016 bis 2024 abwechselnd als Präsident und Vizepräsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko).
Artikel im Buch: „Das ausbruchsichere Paradies“
Maximilian Wassermann
*2003, Dellach/Gailtal, Matura am BORG Hermagor in Informatik, Student an der Medizinischen Universität Graz, freiwilliger Rettungssanitäter beim Roten Kreuz, Chorsänger, 3. Preis beim Junior Bachmannpreis 2020, Top 10 Platzierung Junior Bachmannpreis 2021.
Artikel im Buch: „Weg von daheim“
Gerhard Weinberger
*1952, Studium in Dolmetschen und Philosophie; Promotion Philosophie an der Universität Paris-Nanterre über Levinas und Merleau-Ponty. War von 2002 bis 2006 österreichischer Botschafter in Dakar/Senegal und von 2012 bis 2017 Botschafter in Tunis. Bekleidete zuvor diplomatische Positionen in Städten wie Paris, Peking und Bangkok. Autor, u.a. des Buches „Mit dem Koran ist kein Staat zu machen“, in dem er seine Erfahrungen in der Migrations- und Religionspolitik reflektiert. Zuletzt erschienen: eine von ihm kommentierte Übersetzung von E. Levinas‘ „Ethik als erste Philosophie“ und der Essai „Beunruhigungen – Ethik zwischen schlechtem Gewissen und wahrem Leben“. Seine Erfahrungen im Ausland sowie literarische und politische Reflexionen bringen Einblicke in Islam, Gesellschaft und Kultur.
Artikel im Buch: „Jüdin und Nazi“ – Eine Lavanttaler Geschichte
Lojze Wieser
Verleger, Autor. Gründer des Wieser Verlags mit Schwerpunkt auf Literatur aus Süd-Ost Europa und dem europäischen Osten insgesamt. „Europa kann nur erlesen werden: Buch für Buch, nicht Krieg um Krieg“.
Artikel im Buch: „Kärnten | Koroška“ – Ich höre das Vibrieren der Laute und Klänge V daljavi vse nepoznane želje
Adolf Winkler
*1956, lebt und arbeitet in Kärnten und in Venedig. Er war jahrelang Wirtschaftschef der Kleine Zeitung, sowie über 15 Jahre Chefredakteur-Stellvertreter der Kleine Zeitung Kärnten und Osttirol. Zusätzlich zu seinem abgeschlossenen Studium in Englisch und Geschichte an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Kärnten (Viktor Frankl Hochschule) umfasst seine Ausbildung auch Studienzeiten an der Universität Wien (Jus, Publizistik, Politikwissenschaften) und an der Alpen Adria Universität Klagenfurt (Betriebswirtschaftslehre). Er ist Geschäftsführer des Wirtschaftsethikinstituts Weiss GmbH. Adolf Winkler verfügt über ein vielfältig gefächertes Netzwerk für Kunst- und Wirtschaftskontakte im Alpen-Adria-Raum.
Artikel im Buch: „Gen C – Generation Carinthia 2040“
Lukas Zitz
Wuchs in Klein Sankt Veit im Bezirk Völkermarkt auf. Nach dem Schulabschluss Studien in Wien und London. Bereits früh entwickelte er eine große Leidenschaft für Sprachen und Politik – Interessen, die seinen beruflichen Werdegang maßgeblich prägten. So sammelte er Erfahrungen im Corporate Banking, im österreichischen Parlament sowie in der Unternehmensberatung. Heute lebt und arbeitet Lukas als stellvertretender Wirtschaftsdelegierter in New York, wo er österreichische Unternehmen beim Eintritt in den amerikanischen Markt begleitet und unterstützt. Privat ist er leidenschaftlicher Ziehharmonikaspieler und musiziert in einer Band.
Artikel im Buch: „Von Kärnten in die Welt“ – – und wieder zurück im Herzen
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Vorwort

Leopold Stollwitzer, Herausgeber
*1957 in Mauthen, Kärnten. Mag.Phil Uni-Wien, Studienaufenthalte in Cambridge, GB; Perugia, Italien. Masterstudium in International Studies (Univ. of Florida). Knapp 40 Jahre Political Analyst an der US-Botschaft Wien. Seit 1999 Uni- und FH-Lektor. Verschiedene ehrenamtliche Vorstandsposten (Intl. Lavant Gesellschaft, Fresacher Toleranzgespräche, Orchester Wiener Akademie). Gründer u. Leiter der privaten NGO „Hope for Ugandan Lives“. Seit 2017 Vizepräsident, seit 2022 Präsident des Club Carinthia. Herausgeber des Sammelbandes: Kärnten – eine kritische Liebeserklärung, 2025.

 

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Vorwort — Leopold Stollwitzer, Herausgeber

Noch ein Buch über Kärnten? Wozu, mag man sich fragen. Ist über dieses Bundesland nicht längst alles gesagt? Die Schönheit seiner Landschaft vielfach beschrieben, die kulturelle Vielfalt im Schnittpunkt slawischer, friulanischer und deutscher Identitäten ausgiebig gewürdigt, wirtschaftliche, soziale und demografische Herausforderungen wiederholt aufgezeigt? Was also erwartet die Leserinnen und Leser hier an Neuem?

Das vorliegende Buch ist aus mehreren Überlegungen entstanden: Zum einen versteht es sich als selbstbewusste Festschrift anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Club Carinthia in Wien – und steht damit in einer bewährten Tradition. Es knüpft an das erfolgreiche Jubiläumsbuch „Wie weit ist Kärnten/Koroška?“ an, das der seinerzeitige Club Carinthia Präsident, Cornelius Granig, zum 20-jährigen Bestehen des Clubs im Jahr 2005 herausgab.

Zum anderen versammelt dieses Buch die Perspektiven vieler Vortragender der letzten Jahre im Club Carinthia: Es lädt sie ein, ihre Sichtweisen auf Kärnten zu teilen – mit dem Ziel, den Blick auf das Bundesland zu weiten, zum Nachdenken anzuregen und zur Diskussion über Kärnten beizutragen. Daraus ist ein bewusst vielschichtiges und multiperspektivisches Panorama entstanden – ein Mosaik von Stimmen, Hintergründen und Lebensrealitäten, verbunden durch ihre Beziehung zu Kärnten.

Dem Publikum öffnet sich ein facettenreiches Lesebuch von Kärntner*innen sowie „Zuagrastn“ für Kärntner*innen – ebenso wie für Kenner und Freunde des Landes. Es vereint sachliche, teils kritische Analysen der aktuellen Gegebenheiten mit einem äußerst optimistischen Ausblick auf Kärntens Zukunft, augenzwinkernd generiert durch die Künstliche Intelligenz namens „ChatGPT“. Daneben finden sich sehr persönliche Erzählungen, etwa das innere Ringen eines Paares der Generation Z um Heimat und Herkunft nach dem Aufbruch aus Kärnten zum Studium. Wie ein Kontrapunkt lesen sich dazu die optimistischen Erwartungen an Kärntens Industrie- und Standortpolitik in den Beiträgen von Vorständen („CEOs“) milliardenschwerer Unternehmen wie Infineon, Kelag, oder der österreichischen Post. Besonders berührend sind die kritischen Liebeserklärungen Kärntner Literat*innen an ihr Heimatbundesland. Überaus amüsant ist auch die ironische Titulierung Kärntens als „ausbruchsicheres Paradies“ durch einen selblerklärten „Beutekärntner“.

Eine kleine historische Sensation enthält der Band ebenfalls: die „Feldpost-Briefe aus Gaza“ und von der Sinaifront aus dem Jahr 1917 – geschrieben von Friedrich (Fritz) Johann Latscher von Lauendorf an seine Frau Sieglinde (Linda) am Klopeiner See (aus dem Privatarchiv von Frau Dr. Dorothea Nahler, einem Mitglied des Club Carinthia). Ergreifend ist auch der poetische Rückblick eines ehemaligen Kärntner Top-Diplomaten auf die widersprüchliche, von den Stürmen der NS-Zeit gezeichnete Ehe seines Großvaters mit einer Wiener Jüdin im Lavanttal.

Spannend zu lesen sind zudem die persönlichen Perspektiven zahlreicher Kärntner*innen, die aus den USA, Guatemala oder dem Iran auf ihre Heimat blicken, ebenso wie der journalistische Blick aus dem benachbarten Friaul auf Ereignisse in Kärnten. Abgerundet wird dieses vielseitige Kärnten-Bild durch persönliche Reflexionen namhafter Medienfachleute, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft sowie Repräsentanten der katholischen und evangelischen Kirchen und aus dem Sportbereich.

Das 40-Jahr-Jubiläum des Club Carinthia 2025 bietet jedenfalls einen exzellenten Rahmen für dieses Buchprojekt. Seit seiner Gründung versteht sich der Club als Plattform zur Stärkung der Sichtbarkeit Kärntens in Wien und fungiert somit als intellektuelles und kulturelles Sprachrohr Kärntens in der Bundeshauptstadt. Einer Stadt, in der föderale Interessen oft im Wettstreit stehen und mediale Lautstärke kein seltenes Stilmittel ist, um sich im Konzert der Regionen und Bundesländer hervorzutun. Gerade deshalb kommt dem unaufgeregten, aber professionellen Netzwerk rund um den Club Carinthia besondere Bedeutung zu: als Brücke zwischen Bundesland und Bund sowie zwischen regionaler Identität und nationaler Mitgestaltung.

Zudem generiert der Club in Wien alljährlich entsprechende Öffentlichkeit für Kärntner Top-Events, wie z.B. den Carinthischen Sommer und die Fresacher Toleranzgespräche. Seit Jahren ist der CC Kooperationspartner der Landesregierung beim alljährlichen Fest für Kärnten in Wien, ebenso wie des Slowenischen Instituts. Nicht zuletzt erfüllt der Club Carinthia seit Jahrzehnten eine weitere wichtige Funktion: Er ist Anlaufstelle für neu zugezogene Kärntnerinnen und Kärntner in der Bundeshauptstadt.

Mein großer Dank gilt allen Mitwirkenden für ihren engagierten Beitrag und für ihre Zeitdisziplin, sowie meinen Vorstandskollegen und -kolleginnen, dem Delta X Verlag und vor allem meiner Frau Gudrun für ihre Ermunterung zu diesem Projekt und ihre nachhaltige Unterstützung.

Viel Spaß bei der Lektüre

Grußwort — Dr. Peter Kaiser, Landeshauptmann von Kärnten

Liebe Kärntnerinnen, liebe Kärntner!

Die Liebe, das Studium oder der Beruf sind oftmals Gründe dafür, unser schönes Kärnten zu verlassen und sich in Wien niederzulassen. Großstädte besitzen ihren ganz eigenen Charme und werden so zum neuen Lebensmittelpunkt – Kärnten jedoch, bleibt im Herzen die Heimat. Der Club Carinthia ist der lebende Beweis dafür, dass man seine Wurzeln, seine Identität und seine Herkunft niemals vergisst.

Bereits seit 40 Jahren bietet der Club allen „Exil-Kärntnerinnen und -Kärntnern“ die Möglichkeit, sich zu vernetzen, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Er ist nicht nur eine gemütliche Runde, sondern eine beliebte und wichtige Anlaufstelle für Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft. Als Landeshauptmann gratuliere ich herzlich zum 40-jährigen Bestehen.

Mein Dank gilt Präsident Leo Stollwitzer und seinem gesamten Vorstand für ihre fortwährenden Bestrebungen, Kärntner Interessen und den Erhalt von Kulturgütern voranzutreiben. Bitte macht weiter so. Auch wenn es mich besonders freut, wenn junge Menschen nach ihrer Ausbildung in unser schönes Kärnten zurückkommen und es mit Erfahrung und Know-how bereichern, so ist es gut zu wissen, dass sie im und durch den Club Carinthia jederzeit eine Anlaufstelle und ein undurchtrennbares, verbindendes Band zur Heimat haben.

Mit freundlichen Grüßen,

KÄRNTEN
Kärnten liegt am Mehr
Statt am Ende des Südens von Österreich am Anfang des Südens von Europa
Peter Plaikner
*1960, ist ein österreichischer Medien- und Politikberater. Er war ein Vierteljahrhundert im Tageszeitungsjournalismus, lange als Chefredakteur, dann als Selbstständiger zwölf Jahre auch externer Lehrgangsmanager für Politische Kommunikation an der Donau-Universität und leitet heute IMPact | Institut für Medien und Politik – analyse, consulting, training, schreibt Kolumnen und unterrichtet an Hochschulen.
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Für den Zuagrastn wirkt die Aufgabe zur Standortbestimmung seiner Wahlheimat wie eine unerzogene Anmaßung. Das gilt prinzipiell global aufgrund von Karl Valentins Integrationsgebot „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“ und speziell regional infolge Peter Handkes Nachdenktitel „Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt“. Die landläufige Behauptung „Kärnten is lei ans“ postuliert jedenfalls eine Einzigartigkeit, die es just in dieser Form nicht gibt (siehe „Tirol isch lei oans“). Manch wahre Originalität bleibt hingegen ungepflegt. Dieses Paradoxon der Hintanstellung wirklich beispielloser Merkmale gegenüber durchaus verwechselbaren Eigenheiten manifestiert sich bereits im Kärntner Heimatlied mit „Dort, wo Tirol an Salzburg grenzt“. Welch Selbstverständnis hat ein Land, das seine Hymne mit den Nachbarn beginnt? Nur solchen im Norden und Westen, wohlgemerkt. Das war 1822, bei Veröffentlichung des ersten Teils von Johann Thaurer Ritter von Gallenstein ebenso Programm wie 1930, als Agnes Millonigs vierte Strophe hinzugefügt wurde. Wenn schon der 200. Jahrestag des Ur-Textes kein Nachdenken über diese geistige Verortung ausgelöst hat, so sollte es zumindest die nahende 100. Jährung seiner Ergänzung bewirken. Unter der Grundbedingung, dass konstruktive Kritik eine Form von wohlwollendem Respekt ist, erlaubt sich der Zuagraste also einige Anmerkungen.

Vorarlberg ist für die Definition des österreichischen Westens in einer noch exponierteren Lage als Kärnten zur Konkretisierung des Südens. Doch das Ländle hat dem Nachteil, austrospezifisch hinter Tirol zu sein, immer den Vorteil des internationalen Bodenseeraums mit Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein entgegengesetzt und daraus ein besonders selbstbewusstes Landesverständnis entwickelt. Als politischem Frontland in wirtschaftlicher Nachrangregion blieb dem hinter der Steiermark vermessenen Kärnten ein so umfassendes Alternativbouquet historisch verwehrt, doch seit der Neuordnung Europas vor 35 Jahren wird die Chance der internationalen Mehrfachorientierung zu wenig genutzt. Statt permanent die Einmaligkeit am Schnittpunkt der drei großen europäischen Kulturen zu propagieren, begnügt Kärnten sich mit der besseren Anbindung an Graz und Wien durch die Koralmbahn. Noch 2014 lockte es nach der Fußball-WM mit „Wir gratulieren dem Weltmeister“ auf deutscher Flagge am nördlichen Landeseingang. Mehr Unterwürfigkeit geht nicht. Ähnliches für Italien im Süden hätte nicht zuletzt 2006 eine Protestwelle ausgelöst. Und für Slowenien? Undenkbar.

Die unterschwellige Aversion gegen die eigene zweite Volksgruppe überragt immer noch die überfällige Neuverortung im Herzen Europas, wo Germanisches auf Romanisches und Slawisches trifft. Der Humus für diesen Kleingeist ist die europäische Geschichte. Aus einer lange erhofften neuen Weltordnung abgeleitete Chancen, ihn zu überwinden, schwinden mit der wieder stärkeren Abgrenzung von Blöcken. Aus Chinas Strategie einer neuen Seidenstraße ist Italien wieder ausgestiegen, und die EU-sierung des Westbalkans erscheint als ferne Zukunftsmusik für eine von existenzieller Krise bedrohte Union. Die Veränderung der grundsätzlichen politischen Rahmenbedingungen auf allen Ebenen erschwert alle Schritte zur mikroregionalen Integration. Wer sich dem rückschrittlichen Zeitgeist zur Einhausung, Grenzziehung und Verzollung, zum gesellschaftlichen Cocooning aus Sorge vor den Folgen von Globalisierung und Digitalisierung widersetzt, riskiert seine Wiederwahl. Die Übersichtlichkeit von Heimat und Scholle feiert fröhliche Urständ als Antwort auf die technologisch getriebene Urbanisierung und Internationalisierung. Kärnten wirkt in diesen Widersprüchen wie ein ständiger Kontrapunkt. Der Sonderfall unter Jörg Haider ist zum Normalzustand mit Peter Kaiser geworden. Die Landeshauptleute und ihre Parteien stehen prototypisch für die Gegenläufigkeit zum allgemeinen Trend. 2012 war die freiheitliche Mehrheit und Regierungsbeteiligung einzigartig, 2025 ist das Standard; als Junior in vier Bundesländern, mit Majorität und Landeshauptmann in der Steiermark – Österreichs Tor zum Süden.

Unterdessen hat Kärnten als letztes Bundesland eine SPÖ-ÖVP-Regierung (umgekehrt zum mittlerweile weiteren Einzelfall Tirol). Slowenien hingegen ist als einziger Staat in drei der vier makroregionalen EU-Strategien – für Donau- (EUSDR), Alpen(EUSALP) und ionisch-adriatischen Raum (EUSAIR). So gesehen stimmt der vorerst ironisch anmutende Buchtitel „Kärnten liegt am Meer“, den schon 2012 von Wolfgang Petritsch, Wilfried Graf und Gudrun Kramer herausgegebenen „Konfliktgeschichte/n über Trauma, Macht und Identität“. Slowenien ist eher noch als Italien der Schlüssel einer stärkeren Hinwendung des nur EUSDR- und EUSALP-Mitglieds Kärnten nach Süden. Die Euregio Senza Confini mit Venetien und Friaul Julisch-Venetien bildet die Gunstlage nicht hinreichend ab.

Während noch vor den Landesregierungen unter Peter Kaiser einerseits der Ortstafelkonflikt endlich beigelegt wurde und der Landeshauptmann selbst die Integration eines trikulturellen Raums auch im europäischen Ausschuss der Regionen forciert, zeigen Einzelereignisse wie der unverhältnismäßige Polizeieinsatz an der Gedenkstätte des Peršmanhofs, wie brüchig die nun angestrebte kärntnerisch-slowenische Freundschaft noch ist. Dabei zeigt ein Blick nach Westen, welch enorme Chancen die Überwindung alter Volksgruppen-Feindmuster birgt: Südtirol mag in seiner historischen Entwicklung geradezu reziprok wirken, ist aber nur infolge der Autonomie-Lösung zur Minderheitenfrage eine der reichsten Regionen Europas, Kärnten hingegen sogar innerhalb von Österreich ein Nachzügler.

Wenn das Land vor 60 Jahren noch mehr Einwohner als das heute um ein Drittel bevölkerungsreichere Tirol hatte, mag das seiner Randlage geschuldet sein. Dass es bloß rund ein Viertel der Nächtigungen aufweist, ist aber eine touristische Fehlleistung. Auch im nach Bevölkerung gleich großen Salzburg sind es mehr als doppelt, in Südtirol gar fast dreimal so viele. Mit Überkonzentration auf den deutschen und österreichischen Gast sowie Unterbelichtung südlicher und östlicher Herkunftsstaaten lässt sich das nicht erreichen. Ähnlich steht es um die wirtschaftliche und infrastrukturelle Strategie mit der Steiermark unter dem Titel „Stern des Südens“. Ohne gleichrangige Fortsetzung Richtung Meer kann das zur Sackgasse geraten – mit Kärnten als wahrem Dead End. Diese Annahme ist keine Absage an die Florida-Option für den Lebensabend, doch das kann doch noch nicht alles gewesen sein.

Wo KAC und VSV im Eishockey Jahr für Jahr vorzeigen, wie befruchtend städtische Rivalität sein kann, müsste der Derbysieg-bedingte Farbwechsel des Turms auf dem Pyramidenkogel auch jedes Mal ein Signal zu mehr Bewusstsein für die ganzheitliche Stärke der Twin-City-Lage sein, statt auf die unterschiedliche Anrainerschaft von Wörther und Ossiacher See zu pochen. Zentralraum ist ein zu technokratischer Begriff für den Reiz von Österreichs sechst- und siebtgrößter Kommune an seinem fünft- und neuntgrößten Gewässer. Näher noch als am Meer liegt Kärnten am Mehr – es zeigt das bloß zu altbacken her. Wo der Chip-Hersteller Infineon als Modernitätsausweis in Dauerschleife herhalten muss, wirkt noch allzu vieles aus der Zeit gefallen. Die touristische Schlagseite als Fortsetzung einer überkommenen Deutschtümelei ist bloß das auffälligste Symptom dafür.

Das Land benötigt eine organisierte Identitätsfindung für die neue Rolle im Herzen Europas. Als Teil des politisch ausgerufenen „Stern des Südens“ kann es immer nur Zweiter hinter der Steiermark sein. Um sein singuläres Profil zu schärfen, braucht es einerseits die Neudefinition von „Wo Tirol an Salzburg grenzt“ als folgerichtige Partnerschaft der drei Mittelständler nach Bevölkerungszahl, die zudem ihr hoher alpiner Anteil verbindet. Andererseits braucht Kärnten neben der Pflege der intra-austriakischen Antipoden vor allem eine zeitgemäße Kalibrierung des Selbstverständnisses von Süden. Die Bescheidung auf den Süden von Österreich ist fatal, weil in vielerlei Hinsicht endend. Zukunftschancen entstehen viel eher aus einer Neuverortung als Anfang des Südens von Europa. Südtirol zeigt dies als Tor zu Italien. Kärnten kann auch ein solches sein, aber mehr noch zum Balkan. Dabei steht es eher in Konkurrenz als Partnerschaft mit der Steiermark, die mit der Diskussion um die Aufnahme ihres historischen Hymnentextes in die Landesverfassung soeben das Verhältnis zu Slowenien belastet. Letztlich sollte es einen Wettbewerb um gute Beziehungen dorthin geben. Kärnten kann bei der Scharnierölung zwischen germanisch und slawisch geprägtem Europa eine Rolle einnehmen, wie sie Luxemburg im Benelux-Verbund zukommt. Der kleinste Partner hat als zusätzliches Sprungbrett in den romanischen Raum die privilegierteste Position. Er muss sie aber wollen. Kärnten liegt am Mehr – wenn es sich darauf besinnt, was unbefangenen Zuagrasten eher auffällt als geschichtsgeprägten Einheimischen. Vielleicht sollte auch hier eine Diskussion um die Landeshymne einsetzen. So etwas provoziert prinzipiell. Doch es zwingt Neuerer wie Traditionalisten zur Suche nach Antworten auf die Frage nach der regionalen Selbstidentifikation. Als Anstoß für einen fruchtbaren Streit spendiert der Zuagraste – bei allem Respekt vor der Wahlheimat – eine neue Strophe:

Dort, wo man beide Sprachen spricht, und es schon stark nach Süden riecht, entsteht aus allzu langem Streit der Auftrag zur Gemeinsamkeit. Dank dem durch viel Leid Erlernten mischt Europa sich in Kärnten.

Über die Kärntner Seele und ihre Gastfreundschaft
Wolfgang Bachmayer
*1948, ist ein österreichischer Meinungsforscher und Gründer des Instituts OGM (1976), das zu den bedeutendsten Markt- und Meinungsforschungsunternehmen in Österreich zählt. Er ist bekannt für seine Analysen im politischen Kontext. Über seine öffentliche Rolle hinaus engagiert er sich regelmäßig in Diskussionen zur Rolle und Verantwortung der Meinungsforschung in Politik und Medien.
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Beobachtungen und Gedanken von Wolfgang Bachmayer, Geschäftsführer von OGM Research & Consulting, seit Jahrzehnten nicht nur viel als Berater in Kärnten tätig, sondern auch seit seiner Kindheit zu Gast in Kärnten und mit einer Villacherin verheiratet.

Schon mancher Historiker, Dichter und Denker hat das Kärntner Wesen und seine besondere Lebenskultur zu ergründen versucht. Nicht ohne Grund hat auch der früher als „Psychiater der Nation“ bezeichnete Professor Erwin Ringel nach seinem bekannten Werk zur österreichischen Seele eine Ausgabe zur Kärntner Seele folgen lassen.

Auch ich habe mir oft Gedanken zum Kärntner Wesen gemacht. Wo liegen die Ursprünge für die Mentalität dieses liebenswürdigen, manchmal aber auch recht bockigen Menschenschlages? Ist es der Jahrtausende alte Schnittpunkt aus mehreren Kulturen, die Verschmelzung von Mediterranem, Slawischem, Deutschem und Altösterreichischem, was einen solch lebensfrohen, freundlichen, kommunikativen, gefühlsbetonten, aber auch sentimentalen und manchmal melancholischen Menschenschlag geformt hat? Oder war es das südliche Klima und die sanft geschwungene Landschaft mit ihren einzigartigen Seen und Nockbergen, begrenzt durch die dunklen Tauern im Norden und die schroffen Karawanken im Süden?

Die Kärntner lieben ihre kleine, heile Welt. Sie sind im Grunde bescheiden und wollen nicht hoch hinaus. Diese kleine Welt erschwert aber auch den Blick auf die große Welt. Das hat in Kärnten manche notwendige Entwicklung und Modernisierung behindert. Kärnten hat trotz sinnvoller Alpe-Adria-Konzepte seine Lage als Drehscheibe zu verschiedenen Kulturen nie richtig zu nutzen gewusst. Kleinräumiges Denken ist eben kein Nährboden für Innovation, Kooperation und Internationalität. Wenn die Kärntner es aber anderen gleich tun und hoch hinaus wollten, ging es oft schief, das Turmgebäude der Alpe-Adria-Bank in Klagenfurt oder das ewige Flughafenprojekt ist ein Mahnmal dafür. Böse Zungen behaupten, dass man es nur außerhalb Kärntens weit bringen könnte. Aber die meisten Exil-Kärntner behalten ihre Wurzeln und kehren immer wieder in ihre Heimat zurück.

Dabei hat Kärnten einige große Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaften hervorgebracht, man denke nur an Robert Musil, Ingeborg Bachmann, Egyd Gstättner, Peter Handke und Udo Jürgens, um nur einige zu nennen. Paul Watzlawick, der große Forscher und Begründer der modernen Kommunikationstheorien stammte auch aus Villach, bevor er in Kalifornien zum Weltstar der Kommunikationsforschung wurde. Vielen Menschen in Kärnten ist das aber wahrscheinlich ebenso wenig bewusst wie die ehemals große politische Bedeutung ihres Landes.

Kärnten war nämlich vor vielen Jahrhunderten das erste Österreich, lange bevor es Ostarrichi hieß. Mit dem Königreich Noricum, das am Magdalensberg sein Zentrum hatte und die ganzen Ostalpen bis zur Donau einschloss, begann die eigentliche Geschichte Österreichs. Das ist aber den meisten Kärntnern nicht bekannt und diese ehemalige Größe und Führungsrolle ist ihnen wahrscheinlich auch ziemlich gleichgültig. Die Kärntner eint weniger ein historischer Stolz und Geschichtsbewusstsein, sondern ihre Liebe zur Natur, zum Gesang und Geselligkeit.

Das Liedgut und die Sangesfreude sind das beste Zeichen des Lebens- und Gemeinschaftsgefühls der Kärntner. Kaum ein Lied wird allein gesungen, die meisten sind mehrstimmig, kein Bundesland hat so viele Chöre und Singgruppen. Dass schon vor mehr als 200 Jahren die Metternich‘schen Späher die Kärntner Lieder als „Lebensäußerungen des gemeinen Volks“ misstrauisch beäugten, scherte die Kärntner wenig. Sie singen auch heute noch gern allein für sich und haben ihr liebstes Kulturgut nicht wie andere Regionen zur Folklore-Show für Touristen degradiert.

Aus dieser sanften, auch etwas melancholischen Gefühlsbetontheit ist ein liebenswerter und gastfreundlicher Menschenschlag entstanden. Die Kärntner sind überhaupt nicht konfliktfreudig oder streitsüchtig, aber sie „tschentschn“ gern. Das ist jene Art der Auseinandersetzung bei unterschiedlichen Standpunkten, die in Wien „keppeln“ heißt und bei der man den Problemen selten konsequent auf den Grund geht, aber Luft ablässt und den Ärger los wird.

Wenn den Kärntnern etwas gegen den Strich geht, verpacken sie das gerne auch in humorvolle Kritik oder hintergründige Heiterkeit. In Kärnten lacht man gerne. Nicht ohne Grund sind die Faschingssitzungen Kärntens über die Grenzen hinaus bekannt und der Villacher Fasching seit Jahrzehnten eine der quotenstärksten Sendungen des ORF. Der Villacher Faschingsgruß „Lei Lei“ und das sprichwörtliche „Lei losn“ lassen wahrscheinlich am besten erahnen, was das Wesen und Temperament der Kärntner ausmacht. Natur, Klima und Menschenschlag vermischen sich zu einem Elixier behaglichen Wohlgefühls, das auch über manche Mängel hinwegsehen hilft. Rückständigkeit und Versäumnisse werden oft durch Liebenswürdigkeit wettgemacht, Provinzialität wird charmant verpackt. Dass in Kärnten die Liebe eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich auch an der jahrzehntelangen Führungsposition von unehelichen Geburten in Österreich.

Als Urlaubsland vermittelt Kärnten trotz mancher Mängel eine natürliche Gastfreundschaft ohne jede Aufdringlichkeit, fern von vorgefertigten Erlebniswelten, Zwangsbeglückung durch Animateure und „Customer Relations Enforcment Programs“. So betrachtet war der frühere Kärntner Slogan „Urlaub bei Freunden“ für mich einfach die Wahrheit. Selten ist es gelungen, in einem kurzen Werbespruch das Wesen eines Gastgeberlandes so gut zu beschreiben.

Nicht ohne Grund ist die Millionenshow mit dem charmant-frechen Armin Assinger seit Jahrzehnten ein erfolgreiches ORF-Familienformat für Jung und Alt. Wenn ich manchmal im Ausland nach dem Unterschied zwischen Österreich und Deutschland gefragt werde (das Sprichwort, dass uns die gemeinsame Sprache trennt, sagt ja schon viel), sage ich oft: „schauen Sie sich einmal die Millionenshow mit Günther Jauch im deutschen TV an und danach im ORF mit Armin Assinger – dann wissen Sie es“.

Dieser Vergleich macht sicher und wird rasch verstanden. Mir fallen aber auch andere ein, schauen Sie sich einmal ein ATP-Tennisturnier mit dem Kärntner Alex Antonitsch als Kommentator an und danach eines im deutschen Fernsehen mit einer deutschen Kollegin. Franz Klammer wird auch mit mehr als 70 Jahren noch immer als „der Kärntner Bua“ bezeichnet. Auch daran zeigt sich, wie sehr die liebenswürdige Kärntner Art mit einem Schuss Dialekt den Menschen gefällt. Eine große Ö3Umfrage hat ergeben, dass der Kärntner Dialekt vor dem steirischen der beliebteste in Österreich ist. Auch eine aktuelle Umfrage des OGM-Instituts zur gegenseitigen Sympathie der Bundesländer sieht Kärnten im Spitzentrio:

Das wachsende und das schrumpfende Kärnten
Gegenwart und Zukunft aus demographischer Sicht
Rainer Münz
Ist Demograph und Migrationsforscher. Er war Hochschullehrer an mehreren Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von 1980 bis 1998 lehrte er an der Universität Klagenfurt. Später leitete er die Forschungsabteilung der Erste Bank und arbeitete danach als Berater von EU-Kommissionspräsident J.C. Juncker in Brüssel sowie im Joint Research Centre der EU in Ispra.
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In Österreich leben immer mehr Menschen. 1960 waren es 7 Millionen, 2025 bereits 9,2 Millionen. Noch vor 2040 wird die Einwohnerzahl die 10-Millionen-Grenze überschreiten. „Motor“ dieses Zuwachses war anfangs der Babyboom der 1960er Jahre. Es gab damals deutlich mehr Geburten als Sterbefälle. Später trug vor allem die Zuwanderung aus dem Ausland zur steigenden Einwohnerzahl bei. Auf den Babyboom folgte eine lange Periode des Geburtenrückgangs. Seit 2020 versterben in Österreich mehr Menschen als hier zur Welt kommen. Dass die Zahl der in Österreich lebenden Menschen dennoch weiter wächst, erklärt sich nun ausschließlich durch Migration: Es wandern deutlich mehr Menschen aus dem Ausland zu als dorthin abwandern.

Das Bevölkerungswachstum verteilt sich nicht gleichmäßig über das ganze Bundesgebiet. Trennlinie sind die Alpen. Der Alpenhauptkamm teilt Österreich nicht nur geographisch, sondern auch demographisch in zwei Teile.

Nördlich der Alpen lebt die Mehrzahl der Menschen dieses Landes. Und ihre Zahl wächst – vom Vorarlberger Rheintal bis ins nördliche Burgenland. Den größten Zuwachs verzeichnet die Bundeshauptstadt Wien, deren Einwohnerzahl in den letzten 50 Jahren um rund eine halbe Million zunahm. Überdurchschnittlich rasch steigt die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner auch in Vorarlberg und in Oberösterreich.

Südlich der Alpen wohnt der kleinere Teil unserer Bevölkerung. Und diese wuchs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts langsamer als im Westen und Osten Österreich. Im 21. Jahrhundert stagniert oder schrumpft die Einwohnerzahl in den meisten Regionen südlich des Alpenhauptkamms. Die Zone mit stagnierender oder sinkender Bevölkerung verläuft von Osttirol und dem Salzburger Lungau über Kärnten und die Steiermark bis ins südliche Burgenland. Gegen diesen Trend wachsen im Süden Österreichs nur Klagenfurt samt umliegender Gemeinden, die Stadt Villach sowie der Großraum Graz.

Kärnten ist das einzige Bundesland, in dem die Einwohnerzahl seit Beginn des 21. Jahrhunderts mehr oder weniger stagniert. Im Jahr 2000 hatte das Land 560.000 Einwohner; heute sind es rund 570.000. Zukünftig wird die Bevölkerung wahrscheinlich leicht schrumpfen. Dies hat zwei unterschiedliche Ursachen: Zum einen ist die Zahl der Geburten kleiner als die Zahl der Sterbefälle und wird es auf absehbare Zeit bleiben. Zum anderen übersiedeln mehr Menschen – vor allem jüngere Erwachsene – aus Kärnten in andere Bundesländer als umgekehrt. Dadurch schrumpft die Zahl der noch in der Heimat lebenden Kärntnerinnen und Kärntner – einerseits durch den Überschuss an Todesfällen; und andererseits durch die Abwanderung in andere Bundesländer sowie ins Ausland. Kompensiert wird dies durch Zuwanderung aus dem Ausland, die allerdings im Fall Kärntens – im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs – bislang weniger stark ausfiel. Die negative Bevölkerungsentwicklung hat einen doppelten Hintergrund. Zum einen bewirkte die Modernisierung unserer Gesellschaft einen deutlichen Rückgang der Kinderzahlen. Denn ökonomisch bringt es potenziellen Eltern keinen Vorteil, mehrere Kinder zu haben. Im Gegenteil: Kinder kosten Geld und ihre Betreuung bedeutet insbesondere für Frauen vielfach Teilzeitarbeit mit verringertem Einkommen. Auch für die Absicherung im Alter sind eigene Kinder in unserem Sozialstaat nicht nötig. Diese Diagnose gilt freilich für alle modernen Gesellschaften.

Zwar bekommen Kärntnerinnen im Schnitt 1,6 Kinder – und damit mehr als im österreichischen Bundesdurchschnitt –, doch dies reicht bei weitem nicht aus, um die Todesfälle zu kompensieren. Zudem bewirkt die Abwanderung junger Frauen, dass geborene Kärntnerinnen ihre Kinder später woanders zur Welt bringen. Auch das verringert die Zahl der Geburten in Kärnten.

Zum anderen fehlt einem Teil der jüngeren Erwachsenen daheim die Perspektive. Wer zum Beispiel Architektur und Bauwesen, Rechtswissenschaften (jenseits des Wirtschaftsrechts), Medizin oder technische Fächer studieren will, muss jedenfalls in ein anderes Bundesland oder ins Ausland gehen. Viele kehren nach Studienabschluss nicht mehr in die alte Heimat zurück. Umgekehrt bedeutet das Studienangebot, dass ausländische Studierende nur in beschränkter Zahl nach Kärnten kommen und hier ihren Abschluss machen. Beides schwächt den Standort Kärnten und erschwert überdies das Entstehen einer lebendigen Startup-Szene. Ein Ausbau des tertiären Bildungsangebots – sowohl quantitativ als auch qualitativ – könnte diese Situation deutlich verändern. Dies würde allerdings erhebliche Mehrausgaben der öffentlichen Hand oder die Etablierung von Privatuniversitäten voraussetzen.

Auch beruflicher Aufstieg oder der Wunsch nach höherem Einkommen können dazu führen, dass Kärntnerinnen und Kärntner im Laufe ihres Berufslebens wegziehen. Dabei spielt eine Rolle, dass etliche in Kärnten vertretene Firmen ihr Hauptquartier anderswo haben. Zugleich ist die Zahl an dynamisch sich entwickelnden Kärntner Industrie- und Dienstleistungsbetriebe zu klein, um eine stetig wachsende Zahl attraktiver Arbeitsplätze zu schaffen. Nur das könnte die besser ausgebildeten Kärntnerinnen und Kärntner im Land halten und qualifizierte Zuwanderer aus dem In- und Ausland zur Übersiedelung nach Kärnten motivieren. Das Beispiel Infineon in Villach zeigt, dass dies durchaus funktionieren kann. Kärnten bräuchte mehrere solche Leitbetriebe.

Schließlich spielt die Geografie eine Rolle. Kärnten liegt zwar an zentralen Verkehrsachsen im Herzen Europas, aber nicht in der Nähe größerer städtischer Agglomerationen. Dadurch gibt es relativ wenige Personen, die in Kärnten wohnen und in ein benachbartes Bundesland oder in die Nachbarländer Slowenien und Italien zur Arbeit pendeln. Das könnte sich allerdings durch den Koralmtunnel ändern. Leben in Klagenfurt oder in Unterkärnten und arbeiten im Großraum Graz werden in Zukunft möglich sein. Falls damit nicht nur Kärntner Arbeitskräften das Pendeln ermöglicht, sondern auch Steirerinnen und Steirern ein Wohnsitz in Unterkärnten schmackhaft gemacht werden soll, müsste in dieser Region – z.B. im Lavanttal und im Jauntal – zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Demographische Prognosen rechnen für Kärnten in den kommenden Jahrzehnten – entgegen dem Bundestrend – mit einem moderaten Rückgang der Einwohnerzahl. Besonders betroffen sind Städte und Gemeinden in den Bezirken Spittal an der Drau, Hermagor, St. Veit und Wolfsberg. Ob es dazu kommt, hängt allerdings ganz wesentlich vom Ausmaß der zukünftigen Abwanderung von Einheimischen und von der Höhe der Zuwanderung (insbesondere aus dem Ausland) ab. Damit steht Kärnten vor zwei Alternativen, zwischen denen sich früher oder später auch etliche andere Regionen Österreichs und Europas entscheiden müssen und die beide nicht sonderlich populär sind:

Entweder wollen die Menschen zwischen Katschberg und Karawanken zukünftig in einer rasch alternden und schrumpfenden Gesellschaft leben. Das bedeutet automatisch weniger Steuermittel, die dem Land und den Gemeinden über den Finanzausgleich zur Verfügung stehen. Die damit verbundenen verteilungspolitischen Konflikte sind gut absehbar. Immer weniger Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene führen wahrscheinlich zur Schließung bzw. Zusammenlegung von Kindergärten und Schulen. Weniger Einwohner mit möglicherweise schrumpfender Kaufkraft bewirken früher oder später eine Ausdünnung der Nahversorgung sowie des Angebots an privaten Dienstleistungen. Weniger Finanzmittel zwingen zur Zusammenlegung von Krankenhäusern, gegebenenfalls auch von Gemeinden. Zugleich müssen die Fixkosten für öffentliche Dienstleistungen der Gemeinden von immer weniger Haushalten getragen werden. Und es bedeutet auch: Die Nachfrage nach Wohnraum sinkt und damit auch die Höhe der Mieten sowie der Immobilienpreise. Zugleich gibt es mehr Leerstand.

Oder Kärnten akzeptiert nach Maßgabe des zukünftigen Bedarfs an Arbeitskräften mehr und dauerhafte Zuwanderung aus dem Ausland. Dabei geht es nicht um die Aufnahme von Flüchtlingen, sondern um das aktive Ansprechen und eine anschließende Integration qualifizierter Zuwanderinnen und Zuwanderer, die sich auch anderswo niederlassen könnten. Dazu müsste sich die Kärntner Gesellschaft zweifellos weiter öffnen, mehr Vielfalt zulassen und Zugewanderte als zukünftige Mitbürgerinnen und Mitbürger akzeptieren. Notwendig wäre wohl auch ein Kulturwandel in den zuständigen Behörden. Denn in einer Welt alternder und demographisch schrumpfender wohlhabender Gesellschaften Europas, Nordamerikas und Ostasiens dürfte eine Konkurrenz um talentierte, gut ausgebildete und mobile Menschen aus Afrika, Lateinamerika und Südasien entstehen. Die werden zukünftig unter etlichen Zielländern wählen können. Wenn sie den Eindruck gewinnen, hier im Land nicht willkommen zu sein, werden sie entweder nicht hierher übersiedeln oder nicht lange dableiben.

Beide Alternativen – eine Schrumpfung der Bevölkerung oder mehr Zuwanderung aus dem Ausland – sind politisch nicht sonderlich populär, weil sie spürbare Änderungen bewirken und Anpassungen erfordern, die von einem beträchtlichen Teil der einheimischen Bevölkerung vehement abgelehnt werden. Doch der Blick auf die demographische Realität macht klar: eine dritte Alternative ist nicht in Sicht.

It’s my life
Ein Tourismusland und seine Zukunft
Konrad Paul Liessmann
*1953 in Villach, ist Prof. i. R. für Philosophie an der Universität Wien, Co-Intendant des Philosophicum Lech und Kolumnist der Kleinen Zeitung. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich und der Paracelsusring der Stadt Villach. Autor zahlreicher Bücher, zuletzt sind erschienen „Alle Lust will Ewigkeit“ (2021), „Lauter Lügen“ (2023), „Der Plattenspieler“ (2025) und „Was nun? Eine Philosophie der Krise“ (2025).
Gen C – Generation Carinthia 2040
Adolf Winkler
* 1956, lebt und arbeitet in Kärnten und in Venedig. Er war jahrelang Wirtschaftschef der Kleine Zeitung, sowie über 15 Jahre Chefredakteur-Stellvertreter der Kleine Zeitung Kärnten und Osttirol. Zusätzlich zu seinem abgeschlossenen Studium in Englisch und Geschichte an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Kärnten (Viktor Frankl Hochschule) umfasst seine Ausbildung auch Studienzeiten an der Universität Wien (Jus, Publizistik, Politikwissenschaften) und an der Alpen Adria Universität Klagenfurt (Betriebswirtschaftslehre). Er ist Geschäftsführer des Wirtschaftsethikinstituts Weiss GmbH. Adolf Winkler verfügt über ein vielfältig gefächertes Netzwerk für Kunst- und Wirtschaftskontakte im Alpen-Adria-Raum.

LITERATUR
Ausgewählte Dramolette
Antonio Fian
*1956 in Klagenfurt, lebt seit 1976 als freier Schriftsteller in Wien. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte, ist aber vornehmlich bekannt für seine satirischen Dramolette, die er regelmäßig in Der Standard veröffentlicht. Für sein vielfältiges Gesamtwerk wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (1990), dem Humbert-Fink-Literaturpreis (2014), dem Würdigungspreis des Landes Kärnten (2016) sowie dem Reinhard-Priessnitz-Preis (2018).
Ich trete aus Kärnten aus
Egyd Gstättner
*1962 in Klagenfurt. Schriftsteller, Essayist und Kolumnist, u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Die Presse, Falter, Kurier und Die Furche. Bekannt durch seine Satiren in der Kleinen Zeitung. Darüber hinaus schrieb und gestaltete er Features für die Österreichischen Radioprogramme Ö1 und Radio Kärnten sowie für den Bayerischen Rundfunk. Seine Texte verbinden Gesellschaftskritik mit feiner Ironie und politischer Wachsamkeit. 1990 erschien die erste eigenständige Buchpublikation. Bis 2025 wurden 39 Bücher publiziert; zuletzt: Der große Gogo (2023) und „Arrivederci Adria“ (2025).
„Ich habe eine Welt und diese Welt brennt“
Die Wiederentdeckung der Christine Lavant
Hans Gasser
*1950 in Villach geboren, Handelsakademie in Villach, danach Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Wien, Promotion und erste berufliche Schritte bei „Die Presse“, 1980 Verlagsleitung „Kleinen Zeitung“ in Graz, zwischen 1992 und 2001 Geschäftsführungspositionen bei Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Konstanz und Würzburg, 2001 Geschäftsführer der „Süddeutsche Zeitung GmbH“ in München, 2006 Vorstandsvorsitzender der WirtschaftsBlatt Verlag AG, Wien, Aufsichtsratsvorsitzender der APA Austria Presseagentur und Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen VÖZ. Seit 2015 Präsident der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft in Wien.
Kärnten NEU
Martin Kušej
*1961, ist ein österreichischer Theater- und Opernregisseur sowie Intendant. Nach Studien in Graz arbeitete er zunächst als Regieassistent, bevor er ab den 1990er-Jahren mit radikalen, bildstarken Inszenierungen an den großen Schauspielhäusern von Stuttgart, Hamburg, Berlin, Wien und München bekannt wurde. Mit FIDELIO in Stuttgart 1998 begann seine internationale Karriere als Opernregisseur. Er inszenierte an den Opernhäusern von Zürich, Berlin, Amsterdam, London, Madrid, Paris, Lyon und Neapel, sowie bei den Salzburger Festspielen und in Aix en Provence. Von 2011 bis 2019 leitete er das Residenztheater in München, von 2019 bis 2024 war er Direktor des Wiener Burgtheaters. Dazu kommen weitere Theaterarbeiten in Slowenien, Italien, Kroatien und Tschechien sowie für das Dubrovnik Summer Festival. Gastprofessor an der Shanghai Theater Academy. Kušej gilt als einer der prägenden Regisseure des deutschsprachigen Theaters und ist bekannt für seine kompromisslose, gesellschaftskritische Ästhetik.
Literarisches Schatzhaus Kärnten
Ein Blick durchs Schlüsselloch
Arnold Mettnitzer
Theologe, Psychotherapeut und Publizist. 1978 empfing er in Rom die Priesterweihe, war im seelsorglichen Dienst in der Diözese Gurk-Klagenfurt, Rektor des Bildungshauses St. Georgen am Längsee und Diözesanjugendseelsorger in Kärnten sowie Pfarrer der Gemeinde Klein St. Paul. 2003 beendete er seinen kirchlichen Dienst. Ausbildung zum Psychotherapeuten (Individualpsychologie) mit Lehranalyse bei Erwin Ringel und seit 1996 Psychotherapeut in freier Praxis in Wien. Freier Mitarbeiter im ORF. Autor zahlreicher Bücher zu Fragen von Lebensqualität und seelischer Gesundheit.
Einmal werden Blumen darüber wachsen
Lydia Mischkulnig
Geboren in Klagenfurt, Schriftstellerin. Sie studierte Bühnenbild an der Kunstuni Graz sowie Drehbuch und Produktion an der Wiener Filmakademie. Seit 1994 Veröffentlichungen von Hörspielen, Erzählungen, Essays und Romanen, u. a. Halbes Leben, Die Paradiesmaschine, Die Richterin und Beau Rivage, eine Rückkehr (2025). Seit 2008 Lehrbeauftragte und Tutorin, Konzeption von literarischen Gesprächsreihen, seit 2015 Kolumnistin. Auszeichnungen: u. a. Veza-Canetti-Preis (2017), Würdigungspreis für Literatur des Landes Kärnten (2020). Mischkulnigs Werk gilt als gesellschaftskritisch, den unsichtbaren, umso verhängnisvolleren Verflechtungen mit der Ökonomie gewidmet. Ihr Stil gilt als präzise, ironisch und gesellschaftskritisch.
Kärnten | Koroška
Ich höre das Vibrieren der Laute und Klänge V daljavi vse nepoznane želje
Lojze Wieser
Verleger, Autor. Gründer des Wieser Verlags mit Schwerpunkt auf Literatur aus Süd-Ost Europa und dem europäischen Osten insgesamt. „Europa kann nur erlesen werden: Buch für Buch, nicht Krieg um Krieg“.

POLITIK
30 Jahre EU-Beitritt
Kärnten im Herzen des Europas der Regionen
Martina Rattinger
Leitet seit 1999 das EU-Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel und vertritt dort konsequent die Interessen der Region gegenüber den EU-Institutionen. Sie verfügt über akademische Qualifikationen im Europarecht sowie internationale Erfahrung und wird als Kärntnerin „in Brüssel eine Stimme“ zugeschrieben. Als erfahrene Netzwerkerin fördert sie institutionelle Kommunikation, Projekte im Bildungsbereich und einen intensiven Austausch mit der regionalen Politik in Kärnten.
Tor zur Demokratie
Kathrin Stainer-Hämmerle
*1969 in Hohenems, ist eine österreichische Politikwissenschaftlerin. Sie studierte Politik- und Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck, promovierte in Rechtswissenschaft und war anschließend Universitätsassistentin in Innsbruck. Seit 2009 ist sie Professorin für Politikwissenschaft an der Fachhochschule Kärnten (FH Kärnten) in Villach und leitet dort seit 2019 den Studienzweig Public Management. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Politischer Bildung, Wahlrecht sowie Partizipations- und Demokratieforschung; sie ist regelmäßig als politische Expertin im ORF zu Gast.
Der Traum von Olympia und ein Wald im Stadion
Antonia Gössinger
*1958 in Liebenfels, ehemalige Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Kärnten & Osttirol, Kolumnistin („Salz & Pfeffer“), seit Pensionierung freie Journalistin und ehrenamtliche Ombudsfrau des Österreichischen Presserates; beruflich von 1979 bis 1983 bei der Kärntner Volkszeitung und von 1983 bis 2021 bei der Kleinen Zeitung (Chefredakteurin Kärnten/Osttirol von 2015 bis 2021); Auszeichnungen: Kurt-Vorhofer-Preis (2006), Sonderpreis „Journalist“ (2007), Concordia-Preis für Pressefreiheit (2009, 2013), Wehrpolitische Kärntnerin des Jahres (2020), Großes Ehrenzeichen des Landes Kärnten (2021).

WIRTSCHAFT
Kärnten: Wo Technologie die Zukunft formt
Sabine Herlitschka
Ist seit 2014 Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. Sie promovierte in Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien, absolvierte ein Postdoc sowie ein MBA-Studium. Frühere Stationen waren u. a. die Medizinische Universität Graz und das Büro für internationale Forschungskooperation. Herlitschka engagiert sich in zahlreichen europäischen Forschungs- und Technologieinitiativen und ist Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung Österreichs. Sie gilt als eine führende Stimme der europäischen Halbleiterindustrie.
Wirtschaft gestalten, Heimat bewahren
Gedanken eines Kärntner Unternehmenslenkers
Walter Oblin
*1969 in Villach. Studium Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau (TU Graz). MBA-Studium in den USA. Ab 1994 als Unternehmensberater bei McKinsey & Company in Wien. Ab 2000 Partner, in Folge Führungsaufgaben als Mitglied der österreichischen Geschäftsleitung sowie im weltweiten Transport- und Logistiksektor von McKinsey. Tätigkeit bei einem deutschen CleanTech-Startup. Ab Herbst 2009 Leiter des Bereichs Strategie und Konzernentwicklung bei der Österreichischen Post AG. Ab Juli 2012 Finanzvorstand, ab 2019 zusätzlich verantwortlich für die Division Brief & Werbepost. Seit 1. Oktober 2024 Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Österreichischen Post AG.
Kärntens Stärkefelder mit internationaler Strahlkraft
Gilbert Isep
*1954, Unternehmer. Aktuell KELAG-Aufsichtsratsvorsitzender sowie Geschäftsführer der KÄRNTNER ENERGIEHOLDING BETEILIGUNGS GMBH. In zahlreichen Landesgesellschaften bis 2024/25 Vorsitzender des Aufsichtsrates bzw. des Kuratoriums, wie z.B. KWF, BABEG, Kärntner Landesholding und Kärntner Ausgleichszahlungsfonds; Obmann der Arge Sozial Villach sowie Präsident des Kärntner Kunstvereins. Schwerpunkte: Energie, Innovation, Beteiligungsverwaltung sowie Betriebsansiedelungen.

HEIMAT
Weg von daheim
Laura Hinteregger
*2004, Dellach/Gail, Matura an der HBLA Pitzelstätten, Auslandsjahr in Amerika als Au Pair, ehem. Schulassistentin, Studentin an der Universität Graz für Lehramt.

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Maximilian Wassermann
*2003, Dellach/Gailtal, Matura am BORG Hermagor in Informatik, Student an der Medizinischen Universität Graz, freiwilliger Rettungssanitäter beim Roten Kreuz, Chorsänger, 3. Preis beim Junior Bachmannpreis 2020, Top 10 Platzierung Junior Bachmannpreis 2021.
Hamgeahn
Karl Schwarz
*1952 in Villach, Studium ev. Theologie in Wien, Zürich und Genf, Rechtsgeschichte und Religionsrecht in Wien. Professor für Religionsrecht, Gastprofessor in Budapest, Bratislava, Leipzig, Klagenfurt; seit 1998 Referent im Kultusamt mit Schwerpunkt: Protestantische Kirchen, Religiöse Bekenntnisgemeinschaften. Bis 2024 Leiter des Instituts für Kirchengeschichte des Donau- und Karpatenraums an der Comenius-Universität Bratislava; zahlreiche Publikationen zur Kirchen- und Rechtsgeschichte des Protestantismus in Mittel- und Südosteuropa.
Wenn ich an Kärnten denke …
Brigitte Prem
*1948 in Salzburg, aufgewachsen in Friesach. Studium der Germanistik, Anglistik und Romanistik, Soziologie. Schule des Schreibens in Hamburg. Vielseitige berufliche Tätigkeiten: Verkäuferin, Serviererin, Sekretärin, 40 Jahre begeisterte Lehrerin, 22 Jahre ehrenamtliche Jugendgruppe. Autorin (Kleinkinderbücher, Märchenroman, Kurzprosa, Kurzgeschichten, zwei historische Romane), publiziert in verschiedenen Anthologien und Literaturplattformen.
Kärnten – schwierige Heimat?
Einige familiäre Anmerkungen
Michael Bünker
Evangelischer Theologe und langjähriger Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich (2008–2019). Langjähriges Engagement für ökumenischen Dialog und gesellschaftspolitische Fragen. Ehemaliger Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

INNENSICHTEN
Das ausbruchsichere Paradies
Oliver Vitouch
*1971 in Wien, wurde 2003 nach Forschungs- und Lehrtätigkeiten an der Universität Wien, dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin (Center for Adaptive Behavior & Cognition, ABC), der Freien Universität Berlin und der Universität St. Gallen als Professor für Allgemeine Psychologie an die Universität Klagenfurt berufen. Von 2006 bis 2012 fungierte er als Senatsvorsitzender, von 2008 bis 2010 als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie, von 2012 bis 2024 als Rektor der Universität Klagenfurt und von 2016 bis 2024 abwechselnd als Präsident und Vizepräsident der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko).
Tradition im Wandel
Peter Allmaier
*1964 in Jenig im Gailtal, studierte Theologie in Salzburg und Rom und wurde 1989 von Kardinal Joseph Ratzinger zum Priester geweiht. Nach Stationen als Kaplan, Domvikar und Diözesanjugendseelsorger promovierte er 1998 in Kirchengeschichte und ist seit 1999 Professor für Religionspädagogik. Seit 2010 ist er Dompfarrer von Klagenfurt, leitet die Stadtpastoral und bekleidet zahlreiche kirchliche Leitungsfunktionen, darunter Dechant, Direktor des Bischöflichen Schulamts und Domdekan. Er engagiert sich zudem als Prior des Ordens vom Heiligen Grab, Obmann des St. Josef-Vereins und Bezirksfeuerwehrkurat. Seine Arbeit verbindet Seelsorge, Bildung und organisatorische Verantwortung in der Diözese Gurk.
Menschlichkeit heute
Michael Opriesnig
Ist seit 1. Juli 2019 Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes und ist unter anderem verantwortlich für alle Internationalen Hilfeleistungen des ÖRK, die Koordination von bundesweiten Aktivitäten und die Vertretung gegenüber internationalen Organisationen und Bundesbehörden. Der gebürtige Kärntner studierte Geschichte und Geografie an der Universität Wien, war ab 1998 im Bereich Marketing & Kommunikation tätig und stieg 2012 zum stellvertretenden Generalsekretär auf. Er ist zudem Präsident des Österreichischen Komitees für Soziale Arbeit und Vorsitzender der gemeinnützigen „Nachbar in Not“ Stiftung.
Erinnerungen, Stimmungen und politisch-historische Rückblicke
Heinz Gärtner
*1951 in Pisweg. Professor für Politikwissenschaft in Wien. Forschungsschwerpunkte in internationaler Politik, Neutralität, Sicherheitspolitik und Außenpolitik Österreichs, sowie USA und Iran. Langjähriger Direktor des Instituts für Internationale Politik (OIIP) in Wien. Autor zahlreicher wissenschaftlicher und publizistischer Beiträge zu geopolitischen Fragestellungen, sowie regelmäßiger Gastanalyst in österreichischen und internationalen Medien. Wiederholte internationale Lehr- und Forschungsaufenthalte.
Eine Schwester der Herkunft ist die Zugehörigkeit
Katja Gasser
Literaturvermittlerin, Kulturjournalistin und Kuratorin. Leiterin des Literaturressorts im ORF und künstlerische Leiterin des Österreich-Schwerpunkts der Leipziger Buchmesse 2023. Engagiert sich für die Sichtbarkeit österreichischer Literatur im internationalen Kontext.
Briefe aus Gaza nach Kärnten 1917
Dorothea Nahler
*1947 geb. Latscher-Lauendorf, in Klagenfurt, aufgewachsen in Unterburg am Klopeiner See. In Wien frankophone Schulbildung mit anschließenden Studien in Französisch, Englisch und Spanisch. Direktionsassistentin im NHM. Künstlerische Fotografie mit zahlreichen Einzelausstellungen. Seit 2022 Aufarbeitung der Bestände des Familienarchivs der Villa Wagner in Unterburg: Fotografien, Correspondenzkarten, Reiseberichte, Feldpostbriefe. 2023 Kuratorin der Ausstellung „Sommerfrische vor 100 Jahren zwischen Küstenland und Klopeiner See“, als Dokumentation der Familiengeschichte. Publikation im Jahrgang 2023 in der CARINTHIA Zeitschrift.
Zimmer frei im Garten Eden
Hubert Patterer
*1962 im Gailtal. Studium der Anglistik und Journalistik an der Universität Klagenfurt. Journalist und langjähriger Chefredakteur der „Kleinen Zeitung“. Seit Juli 2025 Herausgeber. Beschäftigt sich in seinen Kommentaren und Essays mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen in Österreich. Mehrfach ausgezeichnet – unter anderem als „Journalist des Jahres“ (2011) und mehrfach als „Chefredakteur des Jahres“ in den Jahren 2008, 2010–2012, 2015 und 2016. 2024 wurde ihm der prestigeträchtige Kurt-Vorhofer-Preis verliehen.
Jüdin und Nazi
Eine Lavanttaler Geschichte
Gerhard Weinberger
*1952, Studium in Dolmetschen und Philosophie; Promotion Philosophie an der Universität Paris-Nanterre über Levinas und Merleau-Ponty. War von 2002 bis 2006 österreichischer Botschafter in Dakar/Senegal und von 2012 bis 2017 Botschafter in Tunis. Bekleidete zuvor diplomatische Positionen in Städten wie Paris, Peking und Bangkok. Autor, u.a. des Buches „Mit dem Koran ist kein Staat zu machen“, in dem er seine Erfahrungen in der Migrations- und Religionspolitik reflektiert. Zuletzt erschienen: eine von ihm kommentierte Übersetzung von E. Levinas‘ „Ethik als erste Philosophie“ und der Essai „Beunruhigungen – Ethik zwischen schlechtem Gewissen und wahrem Leben“. Seine Erfahrungen im Ausland sowie literarische und politische Reflexionen bringen Einblicke in Islam, Gesellschaft und Kultur.
Unser kleiner Fluss
Iran-Wien-Kärnten
Mitra Shahmoradi
Geboren in Abadan/Iran. Studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität in Teheran und an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie lebt seit 1979 in Österreich mit Lebensmittelpunkt in Wien und Kärnten. Sie ist sowohl in Österreich als auch international als freischaffende Künstlerin, Poetin und Autorin aktiv. Sie schreibt in Deutsch und ihre Gedichte wurden in mehreren Sprachen übersetzt und publiziert. Ihre Arbeiten vereinen Malerei, Lyrik und interkulturelle Themen; sie wurde für ihr Engagement mit einer Professur ausgezeichnet.
Von Brasilien nach Kärnten
Leni Barros Dos Santos
Geboren in Castanhal, Brasilien, ab ihrem 7. Lebensjahr Halbwaise, teilweise auf der Straße aufgewachsen. Mit 29 nach Österreich ausgewandert. Ausbildung als Fachsozialbetreuerin und Behindertenbegleitung. Österreichische Staatsbürgerschaft. Seit 2016 beim Hilfswerk Kärnten im Mobilen Dienst. Verheiratet, zwei erwachsene Töchter. Lebt und arbeitet in Millstatt, Kärnten.

AUSSENSICHTEN
Ein Blick über die Berge… und über den Atlantik
Kärntens Potenzial als Drehscheibe Europas
Peter Hasslacher
Ist Kärntner aus Hermagor. Nach dem Doktoratsstudium der Betriebswirtschaft in Wien sammelte er umfangreiche internationale Erfahrung in Ost- und Südosteuropa. Weiters hatte er Leitungsfunktionen in der Zentrale der Außenwirtschaft Austria sowie der Privatwirtschaft inne. Peter Hasslacher ist heute österreichischer Wirtschaftsdelegierter für die USA mit Sitz in New York.
Von Kärnten in die Welt
– und wieder zurück im Herzen
Lukas Zitz
Wuchs in Klein Sankt Veit im Bezirk Völkermarkt auf. Nach dem Schulabschluss Studien in Wien und London. Bereits früh entwickelte er eine große Leidenschaft für Sprachen und Politik – Interessen, die seinen beruflichen Werdegang maßgeblich prägten. So sammelte er Erfahrungen im Corporate Banking, im österreichischen Parlament sowie in der Unternehmensberatung. Heute lebt und arbeitet Lukas als stellvertretender Wirtschaftsdelegierter in New York, wo er österreichische Unternehmen beim Eintritt in den amerikanischen Markt begleitet und unterstützt. Privat ist er leidenschaftlicher Ziehharmonikaspieler und musiziert in einer Band.
Wurzeln, die nie verblassen
Eine Kärntner Kindheit in New York
Anita Radske
Geboren in St. Ruprecht bei Klagenfurt, lebt seit ihrer Kindheit in New York. Beruflich und ehrenamtlich engagiert sie sich seit vielen Jahren in der deutsch-österreichischen Community. Als Finanzleiterin der German-American Steuben Parade in Manhattan und aktives Mitglied der Gottscheer in Ridgewood setzt sie sich dafür ein, österreichische Kultur in den USA lebendig zu halten. So verbindet sie ihre Wurzeln in Kärnten mit ihrem Leben in New York – und bewahrt ein Stück Heimat für kommende Generationen.
Heimat im Herzen, die Welt im Blick
Eine Brücke zwischen Kärnten und der Medizin von morgen
Lisa Gfrerer
Absolvierte ihre chirurgische Ausbildung an der Harvard Medical School und leitet heute in New York ein multidisziplinäres Programm für Nervenerkrankungen. Ihre Forschung konzentriert sich auf innovative Bildgebungsverfahren und KI-Technologien zur Diagnose und Behandlung von Kopfschmerzen. Zudem entwickelte sie chirurgische Methoden, um Empfindungsstörungen nach Mastektomie zu vermeiden. International wirkt sie als Vortragende, Mentorin und Brückenbauerin zwischen europäischen und US-amerikanischen Zentren.
Von der Hotelrezeption zu den Grand Slams
Ein ungewöhnlicher Lebensweg
Angelika Messner Prokes
Geboren in Griffen und als Absolventin der Fremdenverkehrsschule in Villach, kam sie mit 21 Jahren nach New York. Nach Stationen im renommierten St. Regis Hotel und im Eröffnungsteam des Bryant Park Hotels fand sie ihre berufliche Bestimmung im Tennisbereich. Seit rund fünfzehn Jahren arbeitet sie als professionelle Schlägerbespannerin für internationale Topspieler:innen und begleitet das US-Nationalteam zu Turnieren weltweit. Trotz ihrer Karriere in den USA bleibt die Verbindung zu Kärnten bestehen.
From Carinthia to Colorado to Carinthia
John Pirkopf
Geboren und aufgewachsen in Denver, Colorado, als Sohn eines Kärntners, der in den 1960er Jahren in die USA auswanderte. 15 Jahre erfolgreich im Sozialwesen und den Sozialwissenschaften tätig, danach Wechsel in den Technologiesektor. Derzeit im Management eines IT Dienstleisters in Denver. Privat haben für ihn seine Frau und ihre beiden Kinder Oskar and Maeve Priorität. Zu seinen Hobbys zählen Reisen, wobei es ihn jedes Jahr auch nach Kärnten zieht, Fliegenfischen, Wandern und Skifahren.
Kärnten, vom Grenzland zur Brücke
Kärnten – Guatemala – Kärnten
Thomas Peyker
Diplomat und EU-Botschafter mit Kärntner Wurzeln. 2020 wurde er zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Europäischen Union in Guatemala ernannt. Zuvor war er in zahlreichen internationalen Posten der EU tätig – u. a. in Bosnien-Herzegowina, der Dominikanischen Republik, Äthiopien, Abu Dhabi und Brüssel; seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen Außen- und Sicherheitspolitik, humanitäre Kooperation und Konfliktprävention.
austria-vicina.it
Podcast eines friulanischen Kärnten-Beobachters
Marco di Blas
Italienischer Journalist aus Friaul, in den letzten Jahren als Blogger aktiv mit Schwerpunkt auf grenzüberschreitenden Themen zwischen Kärnten und der Region Friaul-Julisch Venetien. Er schreibt seit 2009 regelmäßig für die Plattform Austria Vicina (austria-vicina.it) über Politik, gesellschaftliche Entwicklungen und Kultur, oft mit besonderem Blick auf Tourismusthemen, Ernährung und Regionalgeschichte. Bisher 5.000 veröffentlichte Artikel. Di Blas ist öffentliches Mitglied des regionalen Journalistenregisters in Friaul-Julisch Venetien.

SPORT
Ich bin Kärntner
Dieter Kalt
*1974 in Klagenfurt, ehemaliger Eishockeyspieler, 9-facher Meister, 3-facher Olympiateilnehmer, Mitglied des österr. Jahrhundertteams. Karrierestart beim EC-KAC, mit 16 Jahren Debüt in der Kampfmannschaft. Teil legendärer Championship-Teams in Österreich, Deutschland und Schweden. Über 1.200 Profispiele. Führte als erster Kapitän der Red Bull Eishockey Ära Salzburg zum Meistertitel. Nach seiner Sportkarriere war der 4-fache Vater Coach, Talententwickler, Sportdirektor und Head of Hockey Operations; 2020 Wechsel mit seiner Frau in die Privatwirtschaft. Heute Keynote Speaker sowie Leadership- und Performance-Coach. Mit seinem Championship System vermittelt er Erfolgsprinzipien aus dem Spitzensport an Menschen und Unternehmen, die nachhaltig auf Spitzenniveau führen und performen wollen.
Streit unter Kärntens Olympia-Goldmedaillen-Gewinnern
Ein satirisches Dramolett
Chat GPT unter Anleitung von Leopold Stollwitzer

CLUB CARINTHIA
Der Club Carinthia – mein Lebensbegleiter
Richard Fröhlich
*1944 in Mühldorf im Mölltal, Matura HAK Villach, Militärdienst in Klagenfurt, Studium an der Hochschule für Welthandel (jetzt Wirtschaftsuniversität) in Wien. Abschluss mit Dkfm. und Dr. der Handelswissenschaften. Bankpraktika in Italien und Schweiz. 40 Jahre Banktätigkeit, zuletzt 20 Jahre Bankdirektor bei Oberbank, Aufbau und Leitung des Geschäftsbereiches Wien bis zur Pensionierung. Vorstandsmitglied des Club Carinthia seit seiner Gründung 1985 bis 2025, davon 9 Jahre als CC-Präsident.
„Lei lafn lossn“ – Kärntnerische Identitäten und der Club Carinthia
Kollektive Identitätskonstruktionen von in Wien lebenden Kärntner*innen und deren Einflussfaktoren. Qualitative Forschung anhand des Kärntner Vereins „Club Carinthia“
Johanna Antonia Frey
*2001, aufgewachsen in Deutschland, Libyen, Vereinigte Arabische Emerate, mit 13 nach Kärnten gezogen. Studium der Kultur- und Sozialanthropologie sowie aktuell Rechtswissenschaften. Bachelorarbeit 2024 über den Club Carinthia (Titel: „Kollektive Identitätskonstruktionen von in Wien lebenden Kärntner*innen und deren Einflussfaktoren“). 2025 Praktikum an der Österreichischen Vertretung bei der UNO in New York City.
Musikalische Erinnerungen an den Club Carinthia
Walburga Litschauer
*1954 in Klagenfurt, ist eine österreichische Musikwissenschaftlerin und ausgewiesene Schubert-Expertin. Sie leitete von 1980 bis 2014 die Wiener Arbeitsstelle der Neuen Schubert-Ausgabe und war langjähriges Mitglied der Editionsleitung. Von 1998 bis 2012 stand sie der Österreichischen Gesellschaft für Musik vor, zudem engagierte sie sich im Festival „Carinthischer Sommer“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen bei Franz Schubert, Anton Bruckner und der Musikgeschichte Kärntens. Für ihre Verdienste erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter das österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. War in den 1990er Jahren Präsidentin des Club Carinthia. Rund 100 Publikationen.

 

Hintergrund & Einblicke

Warum 80 % der Wiener die Kärntner sympathisch finden (aber nur 58 % der Kärntner die Wiener) und was Egyd Gstättner, Martin Kušej und Oliver Vitouch über ihre Heimat schreiben.

Zum Magazinbeitrag: Wie tickt Kärnten wirklich? Eine komplizierte Liebesgeschichte →